[Blogtour] Highlanderinnen küsst man nicht – Schottische Clans

Gestern wurde euch bei BuchBria etwas über Schottland erzählt.

 


Geschichte der schottischen Clans

 

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Da es hier sehr interessante Fakten gibt, durch die man sehr tief in die Materie der schottischen Clans eintauchen kann, möchte ich etwas oberflächlicher bleiben. Die Links führen euch zu weiteren Informationen.

 

 

Die Anfänge

 

Zu Schottland gehört neben den vielen Wunderschönen Orten auch die schottischen Clans. Ihr Geschichte beginnt bereits sehr früh, denn die Idee der “Clans” gabe es bereits 600 n.C.

 

“Die Familie ist alles! Woher einer kommt, welcher Taten sich seine Vorfahren rühmen oder auf welchem Land er angesiedelt ist – die Familie ist Alles, sie definiert einen und steht für den Einzelnen ein.”
(Quelle: myhighlands.de)

 

Dies war der Leitsatz unter dem die Gälen, die ersten Grundzüge der Idee zur späteren Clanentwicklung folgten. Sie lebten ca. um 600 n.C. in ihrem größten Reich: Dalriada. Dieses überspannte den Kanal zwischen dem südwestlichen Teil des heutigen Schottlands und der Spitze Nordirlands.

Die Gälen unterschieden zwischen mehrere Abstufungen der “Familie”. Die Hauptunterscheidung sind:

  • die “Derbhfine” – die “gesicherte Familie”
  • die “Cenél” – der Stamm

 

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Der Derbhfine definierte sich über die Verwandtschaftsverhältnisse, die vier Generationen einschlossen – also bis zum Großvater zurück. In der Derbhfine ist jedes Mitglied für die anderen verantwortlich. Wenn einer was getan hat, stand die gesamte Familie dafür gerade. Die Anführer dieser Sippe wurden durch einen Rat gemeinsam bestimmt. Bei den Cenél wurde es größer gefasst, denn es bedeutete “Rasse”, “Stamm” oder “Gruppe”.

 

Derbhfine und Cenél waren die Vorläufer, doch bis sich die ersten echten Clans bildeten, veränderten die Wikinger und Nordmänner die Landschaft Europas grundlegend. Dalriada hörte auf zu existieren – Nicht aber seine Kultur.

 

 

Die Entstehung der Clans um die Jahrtausendwende

 

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Bis zur Jahrtausendwende, etablierte und festigte sich die Kultur von Dalriada unter den Menschen im Norden. Hier entstand das Reich Alba, was später zum Königreich Schottland wurde – erst sprachen sie noch gälisch, doch mit der Zeitt setzte sich  hier das Englische weiter durch. Dies ist wichtig im Zusammenhang mit den späteren Differenzen zwischen Highlands und Lowlands. In dieser Zeit, in der die schottische Krone schwach war und im ganzen Land Machtkämpfe vorherrsten, sprangen die Clans als Verwaltungseinheit und Schutzgemeinschaft ein. Durch die Zusammenarbeit wurden die Clans immer stärker.

 

Ri Innse Gall – der König der Inseln nannte sich Somerled. Er entriss den Nordmänner die Herrschaft und legte sich mit der schottischen Krone an. Kurze Zeit herrschte er über die Westküste Schottlands und die Inseln. Als er starb, zerfiel das Reich zunächst wieder, doch er hatte Nachkommen, die die Urväter berühmter Clans werden sollten.

 

  • sein Sohn Dugall – seine Nachkommen wurden der Clan Dugall.
  • sein Enkel Ruaidhri – seine Nachkommen wurden die MacRuaris.
  • dann gab es noch Domhnall – er gründete den mächstigsten Clan: die MacDonalds.

 

Zusammen stellten sie später, mit anderen westlichen Clans die Lords of the Isles, die Herrscher der Inseln, unter denen die gälische Sprache und Kultur eine Blütezeit erlebte.

 

 

Neue Clans aus Frankreich

 

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1066 überrennen die Normannen aus Frankreich das Gebiet von England und zwangen dessen Bevölkerung unter ihre Herrschaft. Die Gebräuch änderten sich und wurden immer mehr durch den Einfluss der Franzosen gefesstigt. Der schottische Prinz, David I., wuchs am englischen Hof auf und brachte so, im Jahr 1124, die Änderungen auch nach Schottland. So wurde der erste Sohn des Clanschefs nun zum Alleinerben und das Land des Clans gehörte dann, dem Oberhaupt der Familie. Ebenso wurde das Clanland an die Gefolgsleute gegen Pacht vergeben und nicht m ehr alleine besidelt. Doch der Grundgedanke der “Familie” blieb weiterhin bestehen.

Robert Bruce ©misterfarmer Pixabay

Französischen Adligen, ließen sich in dieser Zeit, in Zentralschottland nieder. Ihre Namen waren zum Beispiel Myneris, St Clare, le Grant und de Bruis. Nach einigen Jahrzehnten hießen sie dann Menzie, Sinclair, Grant und Bruce. So entstanden neue Clans, die nicht aus Schottland kamen, sich aber dort niederließen.

Walter FitzAlan, der Truchsess von König David, wurde später zum Begründer der Familie und des Clans “Stewart”. Seine Nachfahren stellten später selbst schottische und britische Könige, ehe ihr letzter Prinz die Highland-Familien in die fatale Schlacht von Culloden führte.

 

In den Jahrhunderten wurden die Clantarten (Musterung der Kilts), Clanmbadgen (Motto der Clans) und Clanwappen wichtig für die Unterscheidung der verschiedenen Clans.

 

 

Die Clans ab dem 15. Jahrhundert – der Wendepunkt

 

Je schwächer die schottische Krone wurde, umso stärker wurden die Clans. Sie hatten erheblich Macht in den Jahrhunderten gewonnen und führten ein völlig unbeeinflusstes Regimen, obwohl sie dem König unsterstellt waren.

Brücke Isle of Syke ©katjasv Pixabay

Bis ein Clanführer es auf die Spitze trieb – John II, vierter Lord of the Isles hatte sich mit den Engländern, gegen König James IV von Schottland verbündet. Doch dieser war stärker als erwartet und konnte sich durchzusetzen. 1493 löste er das Reich der Inseln.

Noch 50 Jahre lang kämpften die MacDonalds, MacLeods, MacLeans und MacNeills gemeinsam um das Inselreich wieder her zu stellen. 1545 hatten sie 8.000 Mann und 180 Galeeren unter Waffen und sogar England stand an ihrer Seite. Doch der plötzliche Tod des letzten Erben des Titel „Lord of the Isles“, Donald Dubh, ließ die Streitkräfte sich wieder zerstreuen.

 

Als das Inselreich zerfiel, begann eine blutige Fehde unter den ehemals verbündeten Familien. Es begann eine dunkle Zeit, die als „Linn nan Creach“ – „Zeitalter der Raubzüge“ bekannt wurde. Besonders blutige Blüten trieb die Fehde zwischen den einst verbündeten MacLeods und MacDonalds.

Trotz allem vereinte die gemeinsame gälische Kultur trotzdem noch die Clans, denn sie mussten sich gegen Feinde und Druck von außen verteidigen. Während die Aos-dàna – “Begabten” der Clans (Ärzte, Barden und Historiker) die höheren Mitglieder der Clans schulten und erzogen, wurde die “niederen” Mitglieder später zu den barbarischen Highlandern gegradiert. Dennoch war der Verfall des gälischen Clansystems kaum noch aufzuhalten, zu groß wurde der kulturelle Druck anderer Mächte.

©Stablenode

Als letzte Hoffnung kam nur noch Charles Edward Stewart – „Bonnie Prince Charlie„ in Frage. Der Prinz, der in Frankreich im Exil lebte, wollte die Krone Großbritanniens zurückerobern. Unter seiner Führung vereinten sich die westlichen Clans noch ein letztes Mal, zum Jakobitenaufstand. Das Ende kam in Culloden und war blutig.

 

 

Das Ende der Clans

 

©hilk Pixabay

Endgegen der allgemeinen Meinung, waren die Clans noch lange nach der Schlacht um Culloden, ihren Werten treu. Doch die Schlacht brachte eins mit sich – wirtschaftlicher Umschwung und hohe Verschuldung der Clanführer. Die Clans hatten sich zum Teil sehr hoch verschuldet und mussten so ihr Clanland verkaufen oder sich umorienteiren. Denn durch die Pachteinnahmen alleine, konnten die Schulden nicht gedeckt werden.  So wurde nach und nach der Leitsatz:

“Die Familie ist alles! Woher einer kommt, welcher Taten sich seine Vorfahren rühmen oder auf welchem Land er angesiedelt ist – die Familie ist Alles, sie definiert einen und steht für den Einzelnen ein.”
(Quelle: myhighlands.de)

nicht mehr gerecht, denn wo kein Platz für Menschen ist, war auch kein Platz mehr für die Familie. So zerfielen die Clans schlussendlich.

 

 

Die Clans heute

 

©Kasman Pixabay

Nach dem die Clanstruktur zerfiel, waren auch die Clans nicht mehr so relevant in Schottland. Insgesamt 247 Clans gibt es heute noch – von den Abercrombies über die MacKenzies, bis zu den Wallaces. Sie leben lange nicht mehr so wie zur Blütezeit, aber sie tragen ein Erbe, dass im 19. Jahrhundert die romantische Seiten der Clans und der Highlands aufleben ließ. Heute gibt es unzählige Lieder, Filme und Bücher über das Leben in den Highlands und das Leben der letzten Clans.

Eine Liste der Berühmtesten Clans findet ihr hier.

 

Genau darum geht es auch in “Highlanderinnen küsst man nicht” von Dana S. Jacobs. Im Buch beschreibt Dana S. Jacobs die wesentlichen Merkmale der Clans von Früher. Sie zeigt noch einmal die Wichtigkeit der Familie und des Zusammenhalts.

Wer jetzt Lust hat, mehr über die Clans zu erfahren kann sich auf diesen Seiten belesen:

 


 

So hier endet mein langer Beitrag über die schottischen Clans. Wie bereits am Anfang erwähnt, kann man sich wirklich in der schottischen Geschichte verlieren, denn sie faszinieren einen schnell. Ich hoffe aber, ich konnte euch einen Enblick in die Schottischen Clans geben und wie sie “funktionieren”. Morgen könnt ihr bei Bookwormdreamers etwas zum “Mythos Schottenrock” erfahren. Seid gespannt.

 

 

 

Aber Halt

– ihr könnt auch wieder etwas gewinnen.

 

3 x 1 Printexemplar von “Highlanderinnen küsst man nicht”

 

Was müsst ihr dafür tun?

 

Beantwortet mir dafür einfach die Gewinnspielfrage in den Kommentaren und schon seid ihr im Lostopf. 

Gewinnspielfrage: Was war der Grundgedanke der Clans?

Nicht vergessen, wenn ihr täglich auf dem jeweiligen Blog kommentiert, könnt ihr jeden Tag ein Los sammeln und erhöht damit eure Gewinnchancen.

 

Teilnahmebedinungen:

  • Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberichtigten möglich.
  • Der Versand der Gewinne erfolgt nur innerhalb Deutschland, Österreich und Schweiz, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.
  • Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.
  • Als Teilnehmer erklärt man sich einverstanden, dass die Adresse an die Autorin/ an den Autor oder an den Verlag im Gewinnfall übersendet werden darf und man als Gewinner öffentlich genannt werden darf.
  • Jede teilnahmeberechtigte Person darf einmal pro Tag an dem Gewinnspiel teilnehmen. Mehrfachbewerbungen durch verschiedene Vornamen, Nachnamen, Emailadressen oder einem Pseudonym sind unzulässig und werden bei der Auslosung ausgeschlossen. 
  • Das Gewinnspiel wird von CP – Ideenwelt organisiert.
  • Und das Gewinnspiel wird von Facebook nicht unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook.
  • Das Gewinnspiel endet am 29.01.2017 um 23:59 Uhr.

 

 

Hier der Blogtourfahrplan:

 

6 Comments

  1. Sonjas W. (Sonjas Bücherecke)

    27. Januar 2017 at 6:14

    Guten Morgen,

    man bekommt ja wirklich von Tag zu Tag mehr Lust auf Schottland. So ein interessanter Beitrag, man sollte sich doch wirklich mal mit der Gescichte befassen. Für mich war der Grundgedanke, der Zusammenhalt der Familie, die Zusammengehörigkeit und die Stärke, die dadurch entstand. Auf dieser Blogtour gibt es ja wirklich einiges zum Lernen.

    Wünsche ein schönes Wochenende.
    Liebe Grüße
    Sonja

  2. alexandra746

    27. Januar 2017 at 10:05

    Hallo,
    danke für den guten Beitrag und für die schönen Bilder.
    Zu deiner Gewinnspielfrage: Was war der Grundgedanke der Clans?
    hast du gleich zu Beginn einen schönen Satz geschrieben:

    “Die Familie ist alles! Woher einer kommt, welcher Taten sich seine Vorfahren rühmen oder auf welchem Land er angesiedelt ist – die Familie ist Alles, sie definiert einen und steht für den Einzelnen ein.”

    Ich sehe es nämlich auch so, das der Zusammenhalt der Familie zählt. Einer für alle und alle für einen. Und so konnten sie schon vor Jahren sich bewerten und weite entwickeln…

    LG Alex

  3. jenny siebentaler

    27. Januar 2017 at 16:15

    En wundervoller Beitrag von dir ist der alles drum herrum ums Buch so schmackhaft macht und es spaß macht hier zu lesen und einfach man mehr wissen mag!

    Die Frage auf deine Antwort lautet glaube: Woher einer kommt, welcher Taten sich seine Vorfahren rühmen oder auf welchem Land er angesiedelt ist – die Familie ist Alles, sie definiert einen und steht für den Einzelnen ein.”

    VLG Jenny

  4. jen b

    27. Januar 2017 at 16:18

    huhu

    clans ist einfach familie jeder der im lan ist gehört dazu und kämpft bei bedarf gegen andere clans je größer der clan desto angesehner ist er und hat bei einem kampf bessere chancen zu überleben 😀

  5. Tiffi2000

    29. Januar 2017 at 12:53

    Hallo,

    danke für den Beitrag 🙂 Es geht dabei um die Familie und den Familienzusammenhalt.

    LG

  6. Anni Oettershagen

    29. Januar 2017 at 18:43

    Bei den Clans geht es um die Familie und deren Zusammenhalt.
    Ganz liebe Grüße,
    Anni

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