ADHS-Diagnose: Warum es auf Bücherjunky still war

Warum es hier so still war

Seit zwei Jahren habe ich kaum gelesen, kaum geschrieben und hier nichts mehr geteilt. Lange wusste ich selbst nicht genau, wie ich erklären soll, warum das so war – doch inzwischen kann ich es.

Die Diagnose, die alles verändert hat

Im Jahr 2023 erhielt ich von einem Neurologen die Verdachtsdiagnose ADHS. Bis zu diesem Zeitpunkt war ich – wie viele andere auch – überzeugt, dass es sich eher um eine Modeerscheinung handelte. Nachdem ich jedoch eine ausführliche Diagnostik durchlaufen habe, stand im November 2024 fest, dass ADHS sehr real ist – und zwar auch bei mir.

Außerdem wurde deutlich, dass ich diese Veranlagung weitergegeben habe. Zwei meiner Kinder haben mittlerweile ebenfalls eine gesicherte Diagnose erhalten, was für mich der schwerste Teil der gesamten Geschichte war.

Einerseits war da Erleichterung, weil ich endlich wusste, was los ist. Andererseits hat diese Erkenntnis mein Selbstbild komplett erschüttert.

Wenn alles neu sortiert werden muss

Mit der Diagnose kam Klarheit – aber gleichzeitig auch Chaos. Während ich nun Antworten hatte, musste ich mich selbst völlig neu kennenlernen. Viele Dinge, die ich jahrelang als „Charakterschwäche“ gesehen hatte, ergaben plötzlich Sinn.

Die medikamentöse Therapie war für mich deshalb ein wichtiger Schritt, weil sie mir ermöglicht hat, wieder handlungsfähig zu werden. Dadurch fühle ich mich strukturierter, ruhiger und deutlich mehr bei mir selbst.

Trotzdem blieb dieser Blog still.

Wie ADHS mein Lesen verändert hat

Obwohl ich Bücher immer noch liebe, ist das Lesen in einem neurodiversen Haushalt eine besondere Herausforderung. Früher habe ich zwar viel gelesen, jedoch oft nur noch automatisiert. Dadurch ging es mehr um Quantität als um Qualität – und genau das wollte ich eigentlich nie.

Weil ich schlecht „Nein“ sagen konnte, sammelte sich immer mehr an. Rezensionsexemplare, Zusagen, Verpflichtungen. Währenddessen verlor ich jedoch die Freude an der Tiefe einer Geschichte.

Die Pause hat mir deshalb eines sehr klar gezeigt: Es war zu viel.

Ein ehrliches Wort

An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Autor*innen und Verlagen entschuldigen, deren Bücher ich nicht gelesen oder nicht rezensiert habe. Es war kein Desinteresse, sondern Überforderung. ADHS bedeutet eben auch, Prioritäten schwerer setzen zu können – und genau das habe ich lernen müssen.

Wie es hier weitergeht

In Zukunft wird es hier ruhiger, aber bewusster. Ich werde weniger Bücher lesen, dafür jedoch solche auswählen, die mich wirklich ansprechen. Außerdem möchte ich wieder mit Freude schreiben, ohne das Gefühl zu haben, liefern zu müssen.

Vielleicht wird es hier also weniger. Vielleicht wird es bunter. Ganz sicher wird es ehrlicher.

Und falls euch das Thema ADHS und Neurodiversität interessiert, dann schreibt mir gerne – denn inzwischen spreche ich offen darüber.

Danke, dass ihr noch hier seid.

Liebe Grüße

P.S: Hier einige Informationen für euch zum Thema!

ADHS Deutschland e.V.

Gesundheitsinformation.de

ADHS Infoportal

Claudia

Ich heiße Claudia, bin 1990 im schönen Mecklenburg Vorpommern geboren und wohne jetzt in Ostfriesland. Seit 2011 bin ich Mutter eines sehr aktiven, aufgeweckten Jungen und 2018, nach langem hoffen, kam meine sehr streitlustige Tochter hinzu. Im September 2012 habe ich dann meine “große” Liebe geheiratet. Seit dem 13. Lebensjahr, lese ich leidenschaftlich gerne Bücher. Mein Lieblingsgenre ist Fantasy. Aber ich habe in den letzten Jahren auch andere Genre für mich entdeckt. Dazu zählen vor allem, Liebesgeschichten, Gegenwartsliteratur und historische Romane. 2013 habe ich dann auch Hörbücher für mich entdeckt und höre seither sehr viele davon :D.

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